22.05.2018

I-Kompakt bei der VHS Meppen


Besuch im Vitus Werk

Zukunftsperspektive durch Empowerment, so lautet das Credo des Integrationsprojektes I-Kompakt der Volkshochschule Meppen gGmbH in Kooperation mit dem Berufsbildungs- und Technologiezentrum (BTZ) des Handwerks GmbH. 

In der Maßnahme des Landkreises Emsland erkunden die Teilnehmenden aus Syrien, Afghanistan, Irak und Iran, wie sie ihren Platz in Deutschland finden. Durch Exkursionen, Ausprobieren verschiedener Handwerksberufe und persönliche Kontakte haben sie in den vergangenen drei Monaten nicht nur einiges über das Zusammenleben in Deutschland, sondern auch über sich selbst gelernt: Was sind meine Fähigkeiten und Interessen? Kann ich meinen erlernten Beruf in Deutschland weiter ausüben oder sollte ich einen neuen erlernen? Auf welchem Weg kann ich meine Ziele erreichen?

Soziale Integration und Teilhabe
„Wir gehen an die Orte, an denen tatsächlich gewirkt wird und mindern so die Schwellenängste für eine spätere Kontaktaufnahme“, erklärt Maren Daum, pädagogische Fachkraft an der VHS, das Besondere an I-Kompakt. „Es wird nicht nur von Integration und den Möglichkeiten für die Menschen geredet, sondern sie haben zahlreiche Angebote mittendrin zu sein und die Option dabei zu bleiben.“ So stand in den ersten Wochen der Besuch bei karitativen Organisationen, wie dem Vitus-Werk und dem DRK auf dem Stundenplan. Das Ziel: am praktischen Beispiel erfahren, wie soziale Werte und Normen in Deutschland gelebt werden. Ebenso werden Möglichkeiten aufgezeigt, wie die Teilnehmenden sich selbst ehrenamtlich in die Gesellschaft einbringen und dadurch sozialen Anschluss finden können. Besonders die vielfältigen Aktivitäten des Technischen Hilfswerks (THW) stießen auf reges Interesse. Im Aufbau begriffen ist außerdem eine Kooperation des Kreissportbundes Emsland (KSB) mit der VHS Meppen, aus der das Projekt „Integration durch Sport“ hervorgehen soll. Während drei Sporteinheiten in städtischen Turnhallen, die extra für I-Kompakt von qualifizierten Übungsleitern durchgeführt werden, konnten die Kursteilnehmenden bereits in verschiedene Sportarten reinzuschnuppern. Bei Interesse können sie kostenlos in den normalen Übungsbetrieb der Vereine übergehen. Die Abteilung Judo des TV Meppen hat dafür eigens eine Integrationsgruppe gestartet. Alle wichtigen Anlaufstellen vor Ort lernten die Teilnehmenden während einer Stadtrallye durch Meppen kennen, sodass sie sich künftig ohne fremde Hilfe im Alltag zurechtfinden.

Der Weg in den Beruf
Nach dem Kennenlernen wichtiger städtischer Einrichtungen rückte das Thema Bewerbung in den Mittelpunkt. Wie alle Ausbildungssuchenden steht auch Khaled H. vor der Herausforderung, das Ausbildungs- und Berufssystem in Deutschland zu überblicken und die Formalitäten eines Bewerbungsschreibens zu beherrschen. Hierbei unterstützen ihn die Pädagogen des BTZ. Ob ihm sein Wunschberuf als Maler tatsächlich liegt, konnte Khaled in der dritten Phase des Projekts herausfinden. Diese fand in den Werkstätten des BTZ statt, wo die Teilnehmenden die Gewerke Metall, Farbe/Raumgestaltung und Haarpflege erkundeten. 

Nun geht es in die Abschlussphase, in der die Erkenntnisse aus den Praxiswochen reflektiert werden sollen. Als eine der letzten Exkursionen ist der Besuch im neuen Wohnpark des DRK in Sögel geplant. Der Einblick in die Tätigkeiten und das Arbeitsumfeld soll zeigen, welche Jobs diese Einrichtungen bieten – vom Fahrdienst, über Küchenhilfe und Reinigungskraft, bis hin zum Pflegehelfer. Auch Emsland Frischgeflügel präsentiert sich als potentieller Arbeitgeber, bevor in der der neue Kurs im Projekt I-Kompakt startet.