25.11.2019

„Die Frauen entwickeln in diesem Projekt viel Selbstbewusstsein!“


Teilnehmende des Projektes „Neue Perspektiven für Frauen“ führen Theaterstück im JAM auf.

14 Kursteilnehmerinnen haben im Rahmen des Projektes „Neue Perspektiven für Frauen“ am Freitag, 25. Oktober unter der Leitung von Dirk Kaufmann, Theaterpädagoge von „Mensch: Theater“ eine Theaterinszenierung im JAM (Jugend- und Kulturzentrum Meppen) aufgeführt. Das Theaterprojekt ist ein Baustein des Projektes „Neue Perspektiven für Frauen“.

Das Projekt „Neue Perspektiven für Frauen“ beinhaltet ein vielschichtiges Angebot und läuft insgesamt über einen Zeitraum von sieben Monaten. Es wird im Auftrag des Jobcenters des Landkreises Emsland für Frauen mit und ohne Migrationshintergrund durchgeführt. Frauen, die geringe und keine Erfahrungen im ersten Arbeitsmarkt und keinen anerkannten Abschluss in Deutschland haben, werden darin unterstützt, realistische Ziele zu entwickeln, um Chancen in Deutschland für sich selbst und ihre Familien zu ergreifen. Selbstwertgefühl, Gruppendynamik, neue Menschen kennenlernen, Stärken und Schwächen erkennen, Verantwortung für andere übernehmen und die Erkenntnis darüber, dass viele das gleiche Problem haben sind nur einige Schlagworte der Projektinhalte.

14 Frauen unterschiedlichen Alters und Herkunft stehen gemeinsam auf der Bühne im JAM – in vier Wochen Vorbereitungszeit haben sie zusammen diese Theateraufführung geprobt und zuvor selber die Inhalte des Stückes zusammengetragen. Themen, die die Zugezogenen beschäftigen und Ereignisse, die sie selber im Emsland erlebt haben: Probleme bei der Jobsuche mit Kopftuch oder was man macht, wenn zuhause kein Strom mehr fließt. Vor allem machen alle Frauen deutlich, dass es ihnen darum gehe, zu zeigen, dass sie viel Hilfe erfahren haben.

„Die Sprache ist bei der Umsetzung eines Theaterstückes ein großes Thema. Wir wollen mit einfachen Worten das Szenario auf der Bühne darstellen“, sagt Dirk Kaufmann und freut sich, dass die Teilnehmerinnen viel Selbstbewusstsein entwickelt haben. Bereits zum vierten Mal ist der Theaterpädagoge in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Meppen und dem Landkreis Emsland an einem Projekt beteiligt. Die Sprache ist zwar zu Beginn eine Hürde, aber wie die Entwicklung innerhalb der Gruppe es zeigt, kein Hindernis. „Wir arbeiten mit der Körpersprache, bauen Beziehungen zueinander auf und versuchen zu Kursbeginn non-verbal zu kommunizieren“, berichtet Kaufmann. Diese entstandene Gruppendynamik spürt man deutlich auf der Bühne – Die Frauen spielen sich mit Worten förmlich die Bälle zu und jede hat ihren eigenen Auftritt, während die Gruppe unterstützend hinter ihr steht. „Sie können alle sehr stolz auf sich sein. Es gehört viel Mut dazu, sich auf der Bühne vor ein Publikum zu stellen“, sagt Barbara Nee, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt des Jobcenters-Landkreis Emsland und betont, dass jede Herkunft ein Qualitätsmerkmal und jeder Akzent das Markenzeichen eines jeden sei.

 „In den vergangenen Monaten konnten wir miterleben, wie die Motivation der Frauen stärker wurde, ihr Selbstbewusstsein sich deutlich zeigte und sie ausdrücken können: Ja, ich bin eine Persönlichkeit“, sagt Gabriele Eng, VHS Projektkoordinatorin und zeigt sich beeindruckt von der Theateraufführung der 14 Frauen im JAM. „Bei allen Erfolgen und wunderbaren Entwicklungen ist es jedoch gerade für Migrantinnen ein schwerer und steiniger Weg, sich hier in Deutschland zurecht zu finden“, berichtet die Projektkoordinatorin und fügt hinzu, dass familiäre, gesellschaftliche und kulturelle Herausforderungen das Leben nicht einfach machen. Dafür sei eine langfristige professionelle Unterstützung durch Politik, Bildungsträger oder Sozialeinrichtungen enorm wichtig. Nur so könne eine Integration gelingen.

FOTO: Gabriele Eng (VHS Projektkoordinatorin) und Dirk Kaufmann (Theaterpädagoge von „Mensch: Theater“) bedanken sich bei den Teilnehmerinnen und informieren das Publikum über das Theaterprojekt.