07.04.2020

Unterricht im virtuellen Klassenzimmer


VHS Meppen startet mit Online-Kursen

In dieser außergewöhnlichen Zeit nimmt die digitale Transformation auch in der VHS Meppen an Fahrt auf und gewohnte Abläufe werden angepasst: Kursformate in den Projekten „Promote Yourself (PY)“ und „Wege in Beschäftigung (WIB)“, die sonst nur vor Ort in der Gruppe durchgeführt wurden, gehen online, damit die Lernbedarfe gedeckt werden können.

„Wir nutzen die Lernplattform ‚vhs.cloud‘ – eine Art virtuelles Klassenzimmer, das bundesweit allen 900 Volkshochschulen zur Verfügung steht. Hier werden bspw. Unterrichtsmaterialien, Filmmaterial und Präsentationen eingestellt und gemeinsam bearbeitet. Durch eine Konferenzschaltung kann der Austausch zwischen Dozent/-in und Teilnehmenden stattfinden – fast wie sonst im Klassenzimmer. So können auch weitere Projekte, wie beispielsweise der BAMF-Kurs (gefördert vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge) für Berufssprachkurse auf dem Niveau für Fortgeschrittene weiter durchgeführt werden.“, sagt Radka Lemmen, Bildungsmanagerin an der VHS Meppen.

Um das „smarte“ Lernen zu ermöglichen, bedarf es an erster Stelle moderner technischer Ausstattung: Benötigt werden Internetzugänge für alle Beteiligten, PC, Laptop oder Tablet und einen Zugang zur ‚vhs.cloud‘, um in das virtuelle Klassenzimmer zu gelangen.

„Am 1. April sind wir mit drei Gruppen online gestartet. Die erste Herausforderung war, die Technik und den Umgang der cloudbasierten Arbeit zu vermitteln. Hier war viel Kreativität gefragt und es war eine spannende Erfahrung“, sagt Nina Penning, Dozentin des VHS online-Kurses. Sie gibt täglich online acht Unterrichtseinheiten. Das Arbeiten von zuhause aus sei für sie kein Problem, jedoch sei der Aufwand an Vorbereitungen, wie beispielsweise das Erstellen von Präsentationen, größer. „Die Kursteilnehmenden machen aber gut mit“, freut sich die Kursleiterin und sieht vor allem in Zeiten des „Zuhause bleibens“ den Vorteil, die Zeit auch sinnvoll – mit Weiterbildung – zu nutzen.

 

Kooperation der Kursteilnehmenden untereinander fördern

Arbeitsaufträge in Kleingruppen und Tandems bieten sich in der „vhs.cloud“ an und können helfen, die Kursleitung zu entlasten. Auch bei Einzelaufgaben kann die Kursleitung eine Schleife mit gegenseitigem Feedback einbauen. Ein wichtiger Punkt bei den zertifizierten Maßnahmen ist: Es muss die gleiche Stundenanzahl des Präsenzunterrichts als Online-Alternative durchgeführt werden, also acht Unterrichtseinheiten pro Tag. „Das erfordert enorme Konzentration sowohl der Kursteilnehmenden als auch der Lehrkraft“, sagt Radka Lemmen und berichtet, dass bereits in dieser Woche weitere Kurse, z.B. drei Berufssprachkurse, online stattfinden. „In diesen Kursen finden maximal drei Unterrichtseinheiten am Tag statt. Es geht darum, dass die Teilnehmenden ihre bereits erworbenen Sprachkenntnisse nicht verlieren sondern weiter vertiefen können“.

 

Das Team rund um Radka Lemmen begleitet die Umsetzung dieser virtuellen Unterrichtsform seit dem ersten Tag. „Wir hatten Glück, dass wir einige sehr flexible Kursleitungenhaben, die dem Thema ‚Unterricht in der cloud‘ offen gegenüberstanden. Der nächste glückliche Umstand war, dass vom Landesverband der Volkshochschulen in Hannover kurzfristig die benötigten Webinare zur Vorbereitung des cloudbasierten Unterrichtes angeboten wurden“, berichtet Radka Lemmen. Die Lehrkräfte seien mit neuen Rahmenbedingungen konfrontiert. Sie sollten technisch versiert sein, damit sie das methodische Repertoire aus dem Präsenzunterricht auch online umsetzen können.

Klare Strukturen schaffen: Damit die Kursleitung und die Teilnehmenden online den Überblick behalten, müssen klare Zeit- und Ortsvorgaben definiert werden: Wann und wo ist der nächste Schritt abgebildet? Wann und wo ist der nächste Arbeitsauftrag abzugeben? Wie soll er aussehen? Wie sollen Dateien benannt sein? Diese Fragen klar zu beantworten, hilft bei der Orientierung im digitalen Lernraum.

Der erste Kontakt mit dem virtuellen Klassenzimmer wurde für die Kursteilnehmenden mit einer Art "cloud-Rallye" gestartet, damit die Funktionen erkundet werden konnten. Gerade für den Einstieg in das Online-Lernen gilt allerdings oft: Weniger ist mehr. Projektartiges Arbeiten ist hier von großer Bedeutung: In einer kleinen Gruppe lassen sich online beispielsweise Ressourcensammlungen und Glossare erstellen. Auf diese kann die gesamte Klasse auch nach der „Corona-Zeit“ zugreifen und daran weiterarbeiten.

 

Aktuell sind in der VHS Meppen noch weitere Online-Kurse in Planung, so werden als nächstes Kurse des „Zweiten Bildungswegs“ sowie weitere Veranstaltungsformate aus dem Bereich Deutsch in die „vhs.cloud“ überführt.

„Sollte der „Shutdown“ im Veranstaltungsbetrieb der VHS über den 19. April hinaus noch weiter fortgesetzt werden müssen, werden wir uns bald mit weiteren kreativen „Digitalen Ideen“ an unsere Kundinnen und Kunden wenden“ verspricht die Bildungsmanagerin.