17.06.2020

„Es ist deutlich schneller und einfacher geworden“


VHS Meppen setzt auf Digitalisierung im Unterricht.

In kleinen Schritten füllt sich das Gebäude der Volkshochschule Meppen wieder mit Leben: Die ersten Kurse und Seminare finden in kleinen Gruppen unter Einhaltung des Sicherheits- und Hygienekonzeptes statt. Wenn man aber in die virtuellen Kursräume der vhs.cloud blickt, so ist der Kursalltag in vielen Projekten schon seit mehreren Wochen in vollem Gange. Die digitale Transformation nimmt an Fahrt auf und gewohnte Abläufe wurden angepasst: Kursformate in Lehrgängen zur Berufsorientierung oder  beruflichen Eingliederung zum Erwerb der deutschen Sprache oder auch Kurse der beruflichen Erwachsenenbildung, die sonst nur vor Ort in der Gruppe durchgeführt wurden, finden nun online statt, damit die Lernbedarfe gedeckt werden können.

 

„Wir nutzen die Lernplattform ‚vhs.cloud‘ – eine Art virtuelles Klassenzimmer, das bundesweit allen 900 Volkshochschulen zur Verfügung steht. Hier werden bspw. Unterrichtsmaterialien, Filmmaterial und Präsentationen eingestellt und gemeinsam bearbeitet. Durch eine Konferenzschaltung kann der Austausch zwischen Lehrenden und Teilnehmenden stattfinden – fast wie sonst im Klassenzimmer“, sagt Bildungsmanagerin Radka Lemmen. Um das „smarte“ Lernen zu ermöglichen, bedarf es an erster Stelle moderner technischer Ausstattung: Benötigt werden Internetzugänge für alle Beteiligten, PC, Laptop oder Tablet und einen Zugang zur vhs.cloud, um in das virtuelle Klassenzimmer zu gelangen.

„Für mich als Dozentin im Bereich Deutsch & Integration war es anfangs eine Herausforderung, den Unterricht vor einer Webcam zu führen. Hier fehlen einfach die sozialen Kontakte. Wir haben aber dennoch eine gute Stimmung im Kurs und die Arbeit im digitalen Klassenzimmer hat auch viele Vorteile“, sagt Nina Penning und zählt die zahlreichen Tools wie das Screensharing (das Teilen des Bildschirms), die Dateiablage und die Lernbausteine in der vhs.cloud auf.

In einem Interview mit dem VHS-Dozenten Dr. Ralf Bielitza-Mimjähner aus dem Bereich „Berufliche Erwachsenenbildung“ beschreibt er seine Erfahrungen des digitalen Unterrichts: „Digitalisierung im Unterricht bedeutet für mich die Verkürzung von Wegen. Zum einen können sich die Kursteilnehmenden die Materialien digital abholen – die andere Verkürzung sehe ich in den Kommunikationswegen: Es ist deutlich schneller und einfacher geworden.“

Seit Beginn des „Lockdowns“ Mitte März wurden mehr als 2000 Unterrichtseinheiten an der VHS Meppen online durchgeführt. Über diese alternative Unterrichtsform werden aktuell mehr als 380 Kursteilnehmende auf dem digitalen Weg erreicht. Neben dem Erwerb der deutschen Sprache sind dabei auch Onlineangebote in Aufstiegslehrgängen wie Industriemeister Metall-/Elektrotechnik oder Technischer Fachwirt im Angebot.

 

„Im Laufe der letzten 12 Monate haben wir uns hier im Haus schon gut mit moderner Technik aufgestellt. Der Ausbau der digitalen Infrastruktur mit moderner Netzwerktechnik, schnellem W-LAN und die Anschaffung von 20 Smartboards für unsere Kursräume ermöglicht intelligentes und flexibles Arbeiten aller Beteiligten.“ sagt VHS-Direktor Matthias Walter. Einige Mitarbeitende aus dem VHS Team sowie 50 Dozentinnen und Dozenten haben inzwischen mehrere interne Schulungen abgeschlossen, bei denen sowohl praktische Fragen des Technikeinsatzes als auch die erweiterten methodischen Möglichkeiten von Online-Lernangeboten im Mittelpunkt standen. 25 Lehrkräfte sind bereits in Online-Kursen im Einsatz.

 

Die Digitalisierung hat in vielen Bereichen an Wichtigkeit gewonnen – „Blended Learning“ unterstützt beispielsweise seit einigen Jahren in vielen Kursen das Lernen: Präsenzlehre in der Volkshochschule und Online-Anteile sind aufeinander abgestimmt und ergänzen sich. Während der Online-Anteile bestimmen die Teilnehmenden den Ort, die Zeit und das Lerntempo selbst. Dadurch lässt sich das Lernen in der Gruppe mit zeitlich flexiblen Lerneinheiten im Internet von Zuhause aus kombinieren.

 

Unter dem Hashtag #digitalmiteinander findet am 19. Juni der bundesweite „Digitaltag 2020“ statt, an dem sich auch die Volkshochschulen beteiligen. Der Digitaltag wird getragen von der Initiative „Digital für alle“, einem Bündnis aus mehr als 20 Organisationen aus den Bereichen Zivilgesellschaft, Bildung und Kultur, Wohlfahrt, Wirtschaft, Wissenschaft und öffentliche Hand. Erklärtes Ziel ist die Förderung digitaler Teilhabe. „Hier sind wir schon ein gutes Stück vorangekommen – ob mit der Hardware oder auch das Transformieren der Kurse in den virtuellen Klassenraum. Corona hat diese Entwicklung noch einmal wesentlich beschleunigt“, so der VHS-Leiter.

Weitere Informationen über die virtuelle Lehre, die Arbeit mit der vhs.cloud oder den Einsatz von Smartboards gibt es auf der Internetseite der VHS Meppen (www.vhs.meppen.de) oder bei der Ansprechpartnerin für Digitales Lernen in der VHS, Katharina Pfreundschuh, unter der Telefonnummer 05931 9373-44.