27.05.2021

Förderung des VHS Projektes „MiA“ für drei Jahre bewilligt


„Lernen zu Lernen“

Die Volkshochschule Meppen (VHS) startet in diesem Jahr mit einem neuen Modellprojekt namens „MiA“. Die Abkürzung steht für „Migrantinnen und Migranten im Alltag“. Förderer des Projekts ist das BAMF (Bundesamt für Migration und Flüchtlinge). „Wir sind sehr stolz darauf, dass wir uns mit unserer Projektidee in einem zweistufigen Auswahlverfahren durchsetzen konnten“, berichtet Bildungsmanagerin Radka Lemmen. In der gesamten Bundesrepublik werden nur drei Modellprojekte gefördert, eins davon an der VHS in Meppen. „MiA-Kurse vom BAMF sind reine Frauenkurse. Wir starten ein Modellprojekt, das die MiA-Kurse vom BAMF erweitert und für beide Geschlechter angeboten werden kann“, sagt Radka Lemmen.

„Mit unserem Projektvorhaben streben wir folgende Wirkungsziele an: Die MiA-Kurse im Projekt begleitenden Integrationskurs zielführend, indem die Teilnehmenden die notwendigen Lernstrategien und Lerntechnikenerwerben, ausprobieren und anwenden. Die MiA-Kurse im Projekt eröffnen die Möglichkeit der Anwendungdes im Integrationskurs Gelernten im Alltag, also außerhalb des Klassenraumes in der Realität“, erläutert Projektkoordinatorin Alexandra Vihtelic.

Zurzeit laufen bereits die Vorbereitungen und Workshops mit zehn Lehrkräften aus VHS Meppen und Umgebung auf Hochtouren. Unter dem Schirm „Lernen zu Lernen“ findet diese Workshopreihe online im Mai und Juni statt. „Wir konnten eine sehr kompetente Workshopsleitung gewinnen, die diese Reihe mit unseren Lehrkräften online durchführt“, freut sich die Projektkoordinatorin. Insgesamt gebe es vier Workshops, in denen Dozentinnen und Dozenten Lernstrategien für die Praxis entwickeln. Die Ergebnisse der Workshops bilden die Basis für die integrationskursstützenden „MiA Kursen“.

„Wir berücksichtigen die inneren und äußeren Lernbedingungen unserer Teilnehmenden“, erklärt Alexandra Vihtelic und fügt hinzu, dass die Bandbreite der Inhalte von Steigerung der Motivation, Konzentrations- und Entspannungsübungen bis hin zum realistischen Zeitmanagement und geeigneter Lernumgebung zur Beeinflussung des Lernprozesses führen kann. „Besonders wichtig ist uns die Praxistauglichkeit. Wir wollen unseren Teilnehmenden zeigen, das was sie im Integrationskurs gelernt hatten, können sie direkt auch im Alltag anwenden."

Die 3-jährige Projektarbeit soll auch zur Forschung dienen. „Wir wollen herausfinden, inwiefern Unterschiede beim Lernen der Zugewanderten zwischen Frauen und Männern im Erwachsenenalter zum Tragen kommen. Daher erproben wir die konzipierten `MiA-Module´ zum Erwerb der Lernstrategien in geschlechtergetrenntenGruppen mit jeweils geschlechtszugeordneten Lehrkräften“, erklärt die VHS Projektkoordinatorin. Die Vorgehensweise sei aus wissenschaftsbasierten Erkenntnissen abgeleitet. Etwa, dass Bildungsprozesse maßgeblich durch die eigene Biografie (z.B. im Kontext der eigenen Bildung, Erziehung und Migration), soziokulturelle Einflüsse (z.B. tradierte und internalisierte Muster der eigenen Kultur) und neurobiologische Vorgänge (Verarbeitungsprozesse im Gehirn) stark geprägt seien. Diese führen, so die Arbeitshypothese, zu mess- und erkennbaren Lerndifferenzen zwischen Männern und Frauen im Erwachsenenalter.

„Wir freuen uns, dass `MiA´ für unsere Kursteilnehmerinnen der Integrationskurse am 1. August dieses Jahres starten können!“, sagt Alexandra Vihtelic.

 

Auf dem Foto: Migrantinnen und Migranten stark im Alltag: Projektkoordinatorin Alexandra Vihtelic freut sich auf das Projekt "MiA"

Foto: Janet Große / VHS Meppen