StartseiteGedenktafelenthüllung am Meppener Bahnhof: Ein bewegender Moment des Erinnerns

Gedenktafelenthüllung am Meppener Bahnhof: Ein bewegender Moment des Erinnerns

Am gestrigen Tag versammelten sich rund 70 Besucherinnen und Besucher am Meppener Bahnhof, um gemeinsam an die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft zu erinnern. Anlass war die feierliche Enthüllung einer Gedenktafel, die an ein dunkles Kapitel der lokalen emsländischen Geschichte erinnert.

Radka Lemmen, Geschäftsleitung der VHS Meppen, eröffnete die Veranstaltung mit sehr bewegenden, persönlichen Worten. Auch Bürgermeister Helmut Knurbein war gekommen und unterstrich mit einer Ansprache die Bedeutung dieses Gedenkens für die Stadtgemeinschaft.

Den historischen Rahmen lieferte der Historiker Manfred Fickers, der eindringlich über die lokale Geschichte in der NS-Zeit sprach. Er schilderte, wie der Bahnhof Meppen eine traurige Rolle im System der Verfolgung spielte: Hier hielten Züge, in denen Gefangene unter menschenunwürdigen Bedingungen in die emsländischen Arbeitslager transportiert wurden. Besonders nachdenklich stimmte sein Blick auf das Verhalten der damaligen Mitbürgerinnen und Mitbürger, das von Beschimpfungen und Gleichgültigkeit bis hin zu stillen Gesten der Menschlichkeit wie dem Zustecken von Brot reichte.

Auch Johanna Blender, die verantwortliche Projektkoordinatorin der Stiftung EVZ (Erinnerung, Verantwortung und Zukunft) aus dem Projekt „Memorails“, war aus Berlin angereist und richtete einige Worte an die Anwesenden. 

Im Anschluss an den offiziellen Teil entwickelten sich lebhafte und anregende Gespräche. Ein besonders berührender Moment entstand durch Gäste aus den Niederlanden, deren Vorfahren als Opfer des Holocaust im Emsland ihr Leben verloren. Sie legten Blumen und ein persönliches Erinnerungsschreiben nieder, diese stille, menschliche Geste, bewegte viele Anwesende. 

Die Sensibilität und das aufrichtige Interesse der Besucherinnen und Besucher waren spürbar und bestätigte uns, wie wichtig solche Momente des gemeinsamen Erinnerns sind.

Die Gedenktafelenthüllung ist Teil des Projektes „Spuren der Nachbarn sichtbar machen". Das Projekt wird von der Stiftung EVZ und dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) gefördert.

Wir bedanken uns herzlich bei allen, die diese Veranstaltung möglich gemacht haben, insbesondere bei unserem Kooperationspartner der Gedenkstätte Esterwegen und außerdem der Stadt Meppen und dem Stadtmuseum, dem Kreisarchiv Emsland sowie der Stolpersteine-Initiative Meppen für die Unterstützung. Die gute Zusammenarbeit hat dieses Projekt zu etwas Besonderem gemacht.

Den Videobeitrag von emsTV und weitere Einblicke gibt es unter:

https://emstv.de/videobeitrag/neuer-erinnerungsort-am-meppener-bahnhof/

 

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