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Wechsel an der Spitze der VHS Meppen

Es gibt Momente, in denen eine Institution innehält und zurückblickt – auf das, was war, und mit Vorfreude auf das, was kommt. Für die Volkshochschule Meppen ist dieser Moment jetzt gekommen. Zum 1. August 2026 ist Matthias Walter, langjähriger Direktor der VHS Meppen, in den Ruhestand gegangen und hat die Leitung an seine Nachfolgerin Radka Lemmen übergeben. Diese blickt voller Überzeugung nach vorn: „Seit 10 Jahren darf ich Teil eines großen Teams sein. In dieser Zeit habe ich erlebt, was unsere Volkshochschule ausmacht: gelebte Bildung, echtes Engagement und ein Miteinander, auf das man sich verlassen kann. Genau das motiviert mich, diese neue Verantwortung mit großer Freude zu übernehmen. Ich möchte auf dem aufbauen, was gemeinsam bereits geschaffen wurde, und die VHS Meppen zusammen mit dem Team weiterentwickeln.“ 

1991 begann Walter seine Tätigkeit bei der VHS Meppen als Fachbereichsleiter, bevor er 2011 die Leitung der Volkshochschule übernahm. Er brachte schon bei seinem Eintritt in die VHS alles mit, was es braucht, um eine Institution zu formen: ein gymnasiales Lehramt, eine fundierte EDV-Ausbildung und den Erfahrungsschatz eines Unternehmensberaters. Bevor er aus dem Raum Frankfurt/Offenbach ins Emsland zog, war er für Unternehmen in Essen und München tätig. Diese Kombination aus pädagogischem Wissen und wirtschaftlichem Denken war es, die ihn von Anfang an von anderen abhob. 

Wie erfolgreich er diese Fähigkeiten einsetzte, zeigt sich auch an der Entwicklung der VHS Meppen. Als Walter seine Tätigkeit begann, waren dort weniger als zehn Mitarbeitende beschäftigt. Dass die VHS heute so groß ist, liegt unter anderem am Ausbau der Integrationsprojekte für Frauen, Männer und Familien, an den zahlreichen Schulbegleitungen sowie am stetig wachsenden und vielfältiger werdenden Kursangebot. Heute arbeiten mehr als 500 Menschen für die VHS Meppen. Damit zählt sie zu den größten Volkshochschulen in Niedersachsen.

Während seiner Amtszeit wurden zudem neue Bereiche aufgebaut, darunter das Zentrum für Jugendberufshilfe (ZFJ) mit Jugendwerkstätten und Abschlussklassen. Auch die EDV-Räume der VHS wurden eingerichtet und kontinuierlich weiterentwickelt. „Der EDV-Bereich war damals vor 35 Jahren ein boomender Bereich und wir mussten unbedingt auf diesen Zug aufspringen. Die Schulen haben das Thema damals noch nicht abgedeckt, im Berufsleben war das Grundwissen aber bereits gefordert“, so Walter im Gespräch. Seine Leidenschaft für EDV und Digitalisierung prägt seine Arbeit bis heute. So hat er bei der VHS Meppen verschiedene Digitalisierungsprojekte vorangetrieben, darunter die Einrichtung eines Multimedia-Studios, einen Chatbot auf der Website und KI-Videos, die häufige Fragen der Teilnehmenden mit einfachen Erklärungen beantworten. „Heute ist es anders im digitalen Leben als vor 35 Jahren – heute benutzen wir Social Media und Chatbots, um uns zu informieren. Und daran haben wir stark in den letzten Jahren gearbeitet, daher haben wir auch eine eigene Marketingabteilung, die diese Fragen abdecken kann und die Öffentlichkeit über verschiedenste Wege und Sprachen informiert.„

Nicht jedes Projekt, das Walter während seiner Amtszeit anstoßen wollte, konnte umgesetzt werden. So scheiterten beispielsweise der weitere Ausbau von zusätzlichen Arbeitsbereichen der Jugendwerkstätten oder der seit vielen Jahren geplante Verkehrsübungsplatz auf dem Kossehof an fehlenden Fördermitteln.

Trotz dieser Herausforderungen blickt Matthias Walter dankbar auf seine Zeit bei der VHS Meppen zurück. Besonders hebt er die Unterstützung durch die Kommunen hervor: „Sie waren uns immer eine große Hilfe bei der Planung und Durchführung von Angeboten und haben die VHS stets monetär, praktisch und ideell unterstützt.“

„Die VHS Meppen war schon immer mehr als ein Anbieter von Kursen – sie ist ein Ort der Begegnung und sozialer Kontakte, an dem Menschen Unterstützung finden, Sprachen lernen, ankommen und neue Perspektiven entwickeln. Dabei ist es ein besonderes gesellschaftspolitisches Anliegen der öffentlich geförderten Erwachsenenbildung, sich besonders um lernschwächere und lernferne Personengruppen zu kümmern und so den gesellschaftlichen Zusammenhalt in unserem Einzugsgebiet zu stärken“, betont Walter. Diesen Anspruch hat die gesamte Einrichtung über Jahrzehnte gelebt und weiterentwickelt. Einen besonders prägenden Beitrag dazu hat Radka Lemmen geleistet: Als Bildungsmanagerin für Sprachen und Integration und stellvertretende Geschäftsführerin hat sie in den vergangenen zehn Jahren den Bereich der Sprachförderung für Zugewanderte um Integrationsprojekte für Frauen, Männer und Familien maßgeblich mitgestaltet und ausgebaut – es wurden Zugänge geschaffen, Netzwerke geknüpft und Professionalisierung angestrebt.

Lemmen kennt die Menschen, die zu diesen Projekten kommen – und sie weiß, was es braucht, um Bildung wirklich erreichbar zu machen. Diese Haltung, verbunden mit ihrer Erfahrung als Lehrerin für Deutsch und Russisch und einer früheren Tätigkeit in der Qualifizierung des Weiterbildungspersonals wie auch in der Lehre, macht sie zu einer Führungspersönlichkeit, die sowohl den Menschen als auch die Institution im Blick behält. Die Koordination komplexer Projekte, das Navigieren in kommunalen Netzwerken und die Führung eines engagierten Teams – all das ist für sie seit Jahren gelebter Alltag.

Matthias Walter und die Gremienmitglieder der Volkshochschule sind sich daher sicher, mit der Bestellung der neuen Leiterin die richtige Entscheidung getroffen zu haben: „Die VHS geht in gute Hände."

 

Foto: Hanna Wichmann, VHS Meppen

Bildunterschrift: Matthias Walter und Radka Lemmen bei der Schlüsselübergabe

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